- Teilzeitkurse kosten pro Unterrichtsstunde median 70 % mehr als Intensivkurse — 9,11 € gegenüber 5,37 €.
- Der Unterschied bleibt bestehen, wenn man ausschließlich Privatschulen betrachtet (10,36 € gegenüber 6,65 €) — es ist kein reiner Effekt der günstigeren Volkshochschulkurse.
- Der Grund ist keine "Intensiv-Ermäßigung": Ein Intensivkurs verteilt weitgehend feste Kosten auf median 15 Unterrichtsstunden pro Woche, ein Teilzeitkurs auf median 3,6 — pro Stunde wird die gleiche Fixkostenbasis einfach kleiner geteilt.
- Intensiv ist günstiger pro Stunde und schwerer neben einem Job unterzubringen. Das ist ein Kompromiss, keine eindeutig bessere Wahl.
Der Befund
Das ist umgekehrt zu dem, was der Gesamtpreis auf den ersten Blick nahelegt: Ein Intensivkurs kostet in der Woche insgesamt oft mehr als ein Teilzeitkurs, weil er schlicht mehr Stunden umfasst. Wer nur auf den Wochenpreis oder den Kurspreis schaut, sieht diesen Effekt nie — er zeigt sich erst, wenn man durch die tatsächlich unterrichteten Stunden teilt.
Methodik
Nur geprüfte Preise zählen — jeder Preis, der in diese Zahl eingeht, hat eine wörtliche Quelle auf der Website der Schule, die unser System automatisch gegenprüft (dieselbe Regel, die auch den Preisbericht trägt). 1:1-Einzelunterricht ist ausgeschlossen, da er strukturell anders bepreist wird.
Intensivkurse: 113 geprüfte Preise an 32 Berliner Sprachschulen, Median 5,37 €, mittlere 50 % zwischen 4,58 € und 8,02 €. Teilzeitkurse: 119 geprüfte Preise an 31 Schulen, Median 9,11 €, mittlere 50 % zwischen 3,75 € und 11,16 €. 28 der 32 Schulen bieten beide Formate an — der Vergleich ist überwiegend derselbe Anbieter gegen sich selbst, nicht unterschiedliche Schulen mit unterschiedlicher Preispolitik.
Vor der Veröffentlichung gegengeprüft: Beschränkt man den Vergleich auf ausschließlich private Schulen (ohne die günstigeren Volkshochschulkurse), bleibt der Effekt bestehen und wird sogar größer — 6,65 € gegenüber 10,36 € pro Stunde. Beschränkt man ihn auf ausschließlich Volkshochschulkurse, verschwindet der Unterschied fast (2,95 € gegenüber 3,04 €) — folgerichtig, da VHS-Kurse unabhängig vom Format zu einem weitgehend festen, geförderten Satz abgerechnet werden. Der Effekt ist also real und kein Nebeneffekt der Schulzusammensetzung.
Warum das so ist
Keine Schule gewährt einen "Intensiv-Rabatt". Das Muster folgt schlicht daraus, wie sich weitgehend feste Kosten — Raummiete, Verwaltung, ein Teil des Lehrgehalts — auf die tatsächlich unterrichteten Stunden verteilen. In unseren eigenen Daten läuft ein Intensivkurs median mit 15 Unterrichtsstunden pro Woche, ein Teilzeitkurs mit median 3,6. Die gleiche Fixkostenbasis, geteilt durch fast viermal so viele Stunden, ergibt automatisch einen niedrigeren Preis pro Stunde — ganz ohne dass eine Schule das so kalkuliert haben muss.
Aus Sicht der Studierenden verschwindet dieser Effekt fast vollständig hinter der Buchung: Wer pro Woche oder pro Kurs bezahlt, sieht eine einzige Zahl auf der Rechnung, nicht die Stundenrate dahinter. Der Intensivkurs wirkt teurer, weil die Wochenrechnung höher ist — dass er pro tatsächlich gelernter Stunde günstiger ist, zeigt sich nur, wenn man selbst nachrechnet.
Der Kompromiss, ehrlich benannt
Das ist kein Argument dafür, dass jeder einen Intensivkurs buchen sollte. Ein Intensivkurs läuft vormittags, meist Montag bis Donnerstag oder Freitag, mit 15–25 Stunden pro Woche — das lässt sich kaum neben einer Vollzeitstelle unterbringen. Ein Teilzeitkurs kostet pro Stunde mehr, genau weil er das Gegenteil leistet: wenige Abendstunden pro Woche, die sich um einen Job oder ein Studium herum planen lassen. Sie zahlen für die Flexibilität, nicht für einen schlechteren Kurs.
Die ehrliche Rechnung: Wenn Sie Zeit haben und schnell vorankommen wollen, ist Intensiv pro Stunde günstiger UND schneller. Wenn Sie berufstätig sind, ist Teilzeit der einzig realistische Weg — der höhere Stundenpreis ist der Preis dieser Realistik, nicht ein schlechteres Angebot der Schule.
Selbst nachsehen
Jede Niveaustufe zeigt die eigene aktuelle Kurszahl, Schulzahl und Preisspanne live: A1, A2, B1, B2, C1, C2. Die vollständige Methodik und alle Zahlen im Detail: Preisbericht für Berlin.